Als die ersten Busse am Abend des zweiten Oktober über die Wilhelm-Heinrich-Brücke rollten, stand Saarbrücken plötzlich im Licht der Nation. Menschen aus Hamburg, aus Görlitz, aus Hannover, aus der Pfalz – sie kamen, sahen, staunten. Die Stadt, sonst eine Zwischenstation auf der Karte, wurde für drei Tage Mittelpunkt. Und das Erstaunliche: Sie wirkte nicht bemüht. Kein Großstadtgehabe, kein Event-Pathos, nur eine leise, unaufdringliche Freude, die ansteckte. weiterlesen Tag der Deutschen Einheit 2025 Saarland Saarbrücken
In den fünfziger Jahren galt die minette, das eisenhaltige Gestein des lothringischen Bodens, als Versprechen nationaler Größe. Millionen Tonnen Erz wurden gefördert und verhüttet, gebändigt durch Technik und Disziplin. Die Männer trugen Helme aus Stahl, die Frauen hielten den Haushalt der Industriegesellschaft zusammen. Lothringen war der Muskel Frankreichs, doch der Kopf, der ihn lenkte, saß in Paris. weiterlesen Vom Muskel Frankreichs zur Randprovinz: Lothringens verlorene Kraft
Das, was wir heute „Saarland“ nennen, ist ein Produkt der Nachkriegszeit. Vor 1945 war die Region ein Flickwerk preußischer und bayerischer Verwaltungsbezirke. 1920 entstand daraus das „Saargebiet“ – eine Zone unter Völkerbundsmandat, französisch verwaltet, aber völkerrechtlich weiterhin deutsches Territorium¹. 1935 endete dieses Provisorium durch ein Plebiszit, und das Gebiet wurde Teil des Deutschen Reiches². Einen souveränen saarländischen Staat hat es bis dahin nie gegeben.
weiterlesen 1957 – erste Wiedervereinigung?

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