Die Malerei der Renaissance war eine Kunst des Gehorsams. Aber in diesem Gehorsam wuchs das Unaussprechliche. Hinter der Perfektion lag ein stilles Wissen, dass Schönheit nicht erlöst, sondern erinnert. Vielleicht sind diese Gesichter deshalb so still: Sie tragen die Last einer Welt, die ihnen keine Stimme gab. weiterlesen Der gemalte Körper der Ordnung
Rouch war kein Cineast im üblichen Sinn, er war Ingenieur und Ethnologe². Ein Mann, der auf Expedition ging, bevor er zum Stil kam. Er war Schüler von Marcel Mauss³, und Mauss hatte gelehrt, dass jede Geste ein sozialer Akt ist, ein kleiner Vertrag zwischen dem Ich und dem Anderen. Rouch übertrug diesen Gedanken auf das Bild. Die Kamera war für ihn kein Auge der Wissenschaft, sondern ein Teil dieses Vertrags. Sie sollte weder verstecken noch enthüllen, sondern teilnehmen. weiterlesen Die Welt betrachten – Jean Rouch und die bewegliche Wahrheit
Der sogenannte Shitstorm ist die sichtbarste Form dieser Umkehrung. Ein Moment kollektiver Erregung, in dem Moral und Mechanik sich vereinen. Niemand lenkt ihn, niemand entzieht sich ihm. Er entsteht aus der Summe der Reaktionen, die sich gegenseitig verstärken, bis sie in Erschöpfung münden. Das Denken hält darin nicht stand, weil es Zeit braucht, und Zeit ist das Einzige, was in der digitalen Welt nicht vorhanden ist. weiterlesen Der Kollaps der Medien: Zwischen Shitstorm und Schweigen | Étienne Valbreton – La Dernière Cartouche

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