Die Saar hätte sich die Autonomie nehmen können. Durch Streiks, durch eine politische Avantgarde, die sagt: „Wir definieren uns selbst – nicht als Bittsteller, sondern als Gestalter.“ Stattdessen wählte man das bekannte Übel über das unbekannte Risiko. „Es war vernünftig“, hätte Brecht zugestimmt. „Und genau das war das Problem. Vernunft ist oft nur der Name für das, was man nicht zu ändern wagt.“ weiterlesen Berthold Brecht und die Saar
Der Abstimmungskampf selbst war ein Schauspiel voller Widersprüche. Offiziell hieß es, die Saarländer hätten die freie Wahl. In Wahrheit war die Entscheidung längst in den Köpfen beschmutzt. Johannes Hoffmann, Regierungschef und Galionsfigur des Statuts, wurde zum Inbegriff des Hasses. „Joho“, spie man ihm hinterher, „Der Dicke muss weg“ stand in großen Lettern auf Straßen und Hauswänden. In Kundgebungen versuchte er die Vorteile zu erklären, sprach von einer europäischen Zukunft, von einer Brücke zwischen Frankreich und Deutschland, doch schon beim ersten Satz schrien Gegner dazwischen. Sein Bild hing auf Karikaturen, die ihn mit doppeltem Kinn und französischer Mütze zeigten, als wolle er die Heimat verkaufen. weiterlesen Französische Handlanger und Verräter – 70 Jahre Saarstatut

© Bildrechte: La Dernière Cartouche / LdLS
© Bildrechte: La Dernière 





















